Die Kunstsammlung Lanckoronski im Palast Hohenems

Die Kunstsammlung Lanckoronski im Palast Hohenems

das Wasser, das sich in D wandelt, die dann wieder als Regen zur Erde fallen, setzt sich in allen fortgeschrittenen menschlichen Gemeinwesen Reichtum in Kulturg um, die dann wieder Reichtum erzeugen. 2)

Graf Karl Anton Lanckoronski Brzezie

Im Zuge der Lekt des Buches Abenteuer des Sehens des Kunstkritikers Jean Louis Ferrier stie ich im Kapitel den Renaissance Maler Paolo Uccello 3) im ersten Absatz auf eine Feststellung des Autors, die mich schlagartig in ihren Bann zog. Da stand w

hat lange geglaubt, da Sankt Georg und der Drache, das r Bild von Paolo Uccello, das zun Bestandteil der Sammlung Lanckoronski war, bei einem Brand auf Schlo Hohenems in zerst worden sei. So grenzt es an ein Wunder, wenn das verloren geglaubte und dann wiedergefundene Werk heute in der National Gallery in London zu sehen ist, wo es, nach einer Restaurierung, 1959 Aufnahme fand. 4)

BILD VON UCCELLO

Paolo Uccello: Der hl. Georg und der Drache, um 1460, auf Leinwand, 56,5 x 74,3 cm

The National Gallery, London

sprang auf sein Ro machte das Kreuz vor sich und ritt gegen den Drachen, der wider ihn kam; er schwang die Lanze mit gro Macht, befahl sich Gott und traf den Drachen also schwer, da er zu Boden st Jacobus de Voragine, Legenda aurea, 1263/73.

1) Die korrekte Schreibweise im Polnischen lautet: Lanckoro Zur Vereinfachung wurden im Folgenden alle polnischen Eigennamen ohne Akzente (Betonungszeichen) geschrieben.

2) Lanckoronski Brzezie, Karl Anton: Unsch Werte. Die Zukunft unseres Kunstgutes von Viennensis. Wien 1919, 13.

3) Paolo Uccello, weniger bekannt unter dem Namen Paolo di Dono (1397 1475). Zu seinen herausragenden Gem wobei besonders die Perspektive hervorzuheben ist, geh neben dem oben angef Bild die drei Gem Schlacht von San Romano in den Uffizien in Florenz und der National Gallery in London sowie die Fresken Erschaffung der Tiere, Adams und Evas und der S in der Kirche Santa Maria Novella in Florenz. Vgl. dazu: das Kapitel Paolo Uccello in: Beck, James H.: Malerei der italienischen Renaissance. K 1999 (ital. Ausgabe Florenz 1999), 84 91. Uccello hat in seinen Gem und Zeichnungen oft Tiere Moncler Jacke Damen dargestellt, was schlie seinen Namen begr (ital. uccello, Vogel). Vgl. dazu: Uccello. In: Die gro Enzyklop der Malerei. Hg. von Hermann Bauer. Bd. 8. Spa Zur, Notnamen. Freiburg / Basel / Wien, 2739 2742, hier 2741.

4) Ferrier, Jean Louis: Die Abenteuer des Sehens. Eine Kunstgeschichte in 30 Bildern. M / Z 1998 (Titel der Originalausgabe von 1996: Aventures du Regard 39.

Folglich stellte ich mir die fast kriminalistische Aufgabe zu ergr was genau diese Sammlung war und in welchem Schloss von Hohenems sie aufbewahrt beziehungsweise zwischengelagert worden war, da im Prinzip neben dem Palast, der unter der Bezeichnung Schloss am naheliegendsten war, auch Neu Ems, also der Canada Goose Womens als ehemaliges Kunstdepot in Frage kam.

Am Palmsonntag, den 13.04.2003 am Morgen konnte ich durch Zufall Graf Franz Josef Waldburg Zeil in Hohenems beim Palast antreffen. 5) Es schien mir eine gute Gelegenheit ihn zur Sammlung zu befragen. Nach seiner Auskunft war Graf Lanckoronski, der einem polnischen Adelsgeschlecht entstammte, ein fanatischer Kunstsammler gewesen, der seine Sammlung in Kisten im oberen Stock des Palastes gelagert hatte und alleine einen Schl zu diesen R besa Nach dem Zweiten Weltkrieg, so erz Graf Waldburg Zeil weiter, sei es dann zu einem Brand gekommen, weil ein Kohlenofen sodass gro Teile der Kunstsammlung verbrannten. Die verkohlten seien noch lange im Palastgarten gelegen. Eine Inventarliste habe es nach seiner Erinnerung aber nicht gegeben, auch keine Fotos davon. Einzelne Rahmen aus der Sammlung seien heute aber noch im Dachboden des Palastes verwahrt. Sp seien die unversehrten Teile der Sammlung, soweit er dies noch wisse, Liechtenstein ins Ausland geschafft worden. Einzelne Bilder aus der Sammlung seien dann sogar beim Auktionshaus Christie in London wieder aufgetaucht. Auf Nachfrage erkl der Graf noch, dass die Familie Waldburg Zeil keine verwandtschaftlichen Bande zur Adelsfamilie Lanckoronski habe. 6)

meinen Vater 7) konnte ich folglich in Erfahrung bringen, dass Wilfried Ruch aus Nenzing zum Brandfall im gr Palast ein guter Zeitzeuge sein k da er lange Jahre in Hohenems als gr F gearbeitet hatte 8). Daraufhin interviewte ich Wilfried Ruch am 20.06.2003. Ruch konnte sich an das damalige Schadensfeuer im Palast noch erstaunlich gut erinnern. Damals habe ein Passant laut gerufen domma brennt weshalb er aufgewacht sei und dann gesehen habe, dass im gr Palast ein Brand sei. Er sei sofort in seine Hose geschl und dann gegen 5 Uhr fr mit dem Rad von seinem damaligen Wohnort im Gasthaus (jetzt Buchhandlung M in der Marktstra zum Palast gefahren. Man habe den Feuerschein schon von Weitem gesehen. Der Brand habe ihm damals einen Mords Schrecken eingejagt. Ruch wusste auch spontan das Datum des Brandes, der um den 27./ 28. M 1950 gewesen sei 9). Die Hauptagenden im gr Schloss habe damals der aus Deutschland stammende Baron Kapher 10) unter sich gehabt, bei dem sich Ruch bei seinem Berufsantritt vorstellen habe m Dieser Baron, der damals sein Domizil im Glopper hatte, sei im Volksmund vor allem in Holzerkreisen als bekannt gewesen. Der Baron Kapher sei am Brandtag bereits vor ihm im Palast gewesen und sei oben im Gang des Palastes gestanden. Ruch habe nach dem Eintreffen im Palast dann nach dem Baron gerufen und dieser sei bereits vollst angezogen gewesen, was Ruch in der Aufregung doch einigerma verwundert habe. Auch glaube er sich zu erinnern, dass bereits Licht im Palast war, als Ruch dort nach dem Baron rief. Dann sei Ruch wieder vom Palast weg. Kurz danach sei bereits die Feuerwehr Hohenems zum Brandort anger Wie Ruch dann anf kam ihm infolge des Brandes in den Sinn, dass er am Vorabend noch bemerkt hatte, dass der Kohlenofen in der Verwaltung sehr stark eingeheizt worden sei. Zugang h damals zum Ofen alle Palastbediensteten gehabt, insbesondere Baron Kapher und seine Angestellte Frau Thurnher. Dieser Aspekt sei ihm am n Tag verd vorgekommen. Als man sp behauptet habe, dass es ein Kaminbrand gewesen sei, habe er diese Darstellung angezweifelt. Wie Ruch weiter erz hatte Kapher in der Folgezeit nach dem Schadensfeuer im gr Palast Bekanntschaft mit einem Zollbeamten und war in der Schweiz. Diese Umst erschienen irgendwie verd Graf Lanckoronski selbst habe trotz Moncler Jacke des Ereignisses nie die Kunstgegenst in den Holzkisten gesprochen. Ruch habe als junger F nur einmal mitbekommen, dass Lanckoronski zur Zeit des Brandes irgendwo bei Graz in der Steiermark lebte, wo er noch mehr Kunstbesitz hatte. Allgemein sei lediglich bekannt gewesen, dass dieser Graf einem reichen polnischen Adelsgeschlecht entstammte 11). Nachdem Baron Kapher dann nicht mehr in den Diensten der Gr stand, war sein Nachfolger in Hohenems als Verwalter Hans Mailath Pokorny. Sp habe Mailath Pokorny eine Lebensgeschichte verfasst und dieses Buch mit dem Titel an seine S ihm einmal geschenkt 12).

5) Hier danke ich Graf Franz Josef Waldburg Zeil f sein freundliches Entgegenkommen und seine offene Erz Basierend auf einem Gedankenprotokoll des Verfassers ein pers Gespr mit Graf Franz Josef Waldburg Zeil am 13.04.2003 gegen 08.30 Uhr.

7) Goswin H Wilfried Ruch wird auch von Priscilla Waldburg Zeil in ihren Erinnerung erw Vgl. dazu: Dies.: Der Palast von Hohenems Licht und Schatten. Aus der Familiengeschichte Waldburg Zeil Hohenems und Sch Gy o. J. [2004], 239.

9) Dies blieb Wilfried Ruch in so guter Erinnerung, da er in diesem Jahr die Staatspr als F abgelegt hatte. 1948 war er nach eigenen Angaben nach Hohenems gekommen.

10) Weder Priscilla Waldburg Zeil noch Ruch nannten den Vornamen von Baron Kapher. Ruch gab beim Interview an, dass er ihm immer nur als Kapher bekannt war.

11) Basierend auf einem Tonbandinterview mit Wilfried Ruch am 20.06.2003 in seinem Haus in Nenzing.

12) Ruch d folgendes Buch gemeint haben: Mailath, Pokorny, Hans: Briefe an seine S Schriftwechsel f die Jugend und Moncler Outlet die Eltern. Coburg 1951.

BILD VON WILFRIED RUCH

Die lebhafte Schilderung Ruchs enth ein Detail, das auff So sei Baron Kapher bereits vor ihm im Palast gewesen und war bereits angezogen. Dieser Umstand deckt sich frappant mit den Erinnerungen der Gr Priscilla Waldburg Zeil. So habe in den letzten Kriegstagen Graf Lanckoronsky (Antonio Lanckoronski) die Tante Caroline (Gr Waldburg Zeil, geb. Gr Wolkenstein) gebeten, ob er Teile seines wertvollen Parajumpers Long Bear Billig polnischen Besitzes wie Bilder, Tapisserien, M Skulpturen etc. zum Schutz vor den Kriegswirren retten und im Palast einlagern d 13). Die Gr habe die Bitte bewilligt und folglich lagerte Graf Anton Lanckoronski f zehn Jahre seine Sammlung verpackt in Kisten in etwa f gro R im Palast. J habe der Graf nach dem Rechten gesehen und habe nicht einmal die neuen Hauseigent Waldburg Zeil in die R hinein gelassen. Als dann die gr Familie verreist war, sei im Palast Morgens 1947 [dieses Datum muss als widerlegt erachtet werden] um vier Uhr ein Feuer ausgebrochen [.], das eine vor Fr aufgeregt der Polizei 14) gemeldet habe. Es sei dann der Baron Kapher, der Verwalter der Gr verst worden. Bis dahin waren aber bereits zwei Hunde an Rauchgasvergiftung verendet 15). Nun schildert Priscilla Waldburg Zeil jene Umst die ihr suspekt vorkamen:

so wurde uns berichtet war Kapher um vier Uhr morgens noch wach und angezogen und eilte sofort in den Palast. Die Feuerwehr Hohenems kam gerade noch rechtzeitig, bevor der Dachstuhl voll in Brand stand und rettete das Geb vor der v Zerst [.] Einige angebrannte gro vergoldete Bilderrahmen und Reste der Gegenst lie Kapher unverz aus den Fenster[n] werfen, von den war jedoch nicht zu sehen. So kam bald der Verdacht auf, dass eine Brandlegung die Ursache sein musste, was mir der Kaminkehrer in einem Gespr Jahre sp als gegeben best Vorget wurde ein Kaminbrand. 16)

13) Vgl. Waldburg Zeil, Priscilla: Der Palast von Hohenems Licht und Schatten. Aus der Familiengeschichte Waldburg Zeil Hohenems und Sch Gy o. J. [2004], 421 422.

14) Waldburg Zeil, Priscilla: Der Palast von Hohenems Licht und Schatten. Aus der Familiengeschichte Waldburg Zeil Hohenems und Sch Gy o. J. [2004], 422.

15) Der Tod der Hunde der alten Gr bezeugte auch Siegfried Ruch im Interview, nach seiner Erinnerung waren es zwei Collie Hunde und man habe sp gesagt, sie seien an Rauchgasvergiftung eingegangen.

16) Waldburg Zeil, Priscilla: Der Palast von Hohenems Licht und Schatten. Aus der Familiengeschichte Waldburg Zeil Hohenems und Sch Gy Moncler Jacken o. J. [2004], 422.

Da Graf Franz Josef Waldburg Zeil und Wilfried Ruch erw hatten, dass die Sammlung Lanckoronski im Palast fast einem Brand zum Opfer gefallen w erschien mir als n Schritt naheliegend in Moncler Jacke der Brandchronik der Feuerwehr Hohenems nachzusehen, damit das genaue Datum des Brandes gesichert war. Dort fand ich dann auch die Eintragung, dass am 28.03.1950 im gr Palast Hohenems ein Gro war 17). Auch die Chronik des Gendarmeriepostens Hohenems (jetzt Polizeiinspektion Hohenems) erschien mir als Quelle aufschlussreich. Dort fand sich aber nicht der kleinste Eintrag 18). Wie ich aber in Erfahrung bringen konnte, war neben dem damaligen Gendarmerieposten auch die damalige Brandermittlung der Erhebungsabteilung 19) des Landesgendarmeriekommandos f Vorarlberg (jetzt Landespolizeikommando) mit Ermittlungen betraut. meinen Vater und andere pensionierte Gendarmen gelang es mir den damaligen Brandermittler Alois ( Gasser in Hard zum damaligen Fall zu befragen. Nach seiner Einsch sei im Palast mit Sicherheit der Ofen der Ausgangspunkt des Brandes gewesen. Die urspr Ausgangsstelle des Feuers sei demnach ein so genannter Kamin gewesen, was hei dass er begehbar war. Dieser Kamin habe sich im Rittersaal des Hohenemser Palastes befunden. Von dort habe der Brand eindeutig seinen Ursprung genommen. Das Feuer habe damals einen enormen Schaden angerichtet und die Versicherung sei skeptisch gewesen, besonders weil eine Decke mit massiven Holzquadern Stand gehalten habe. Dies sei aber nicht ungew denn Holz habe im Gegensatz zu beispielsweise Stahltr eine enorme Standkraft bei gro Hitzeentwicklung. Auch sei ein Parajumpers Long Bear Versicherungs Sachverst von Innsbruck beigezogen worden, der Gassers These best habe 20). Im Kamin seien die Kohlenpechniederschl nicht mehr vorhanden gewesen, was ein untr Zeichen daf sei, dass der Ausgang des Feuers eindeutig der Kamin war. Solche Kohlenpechniederschl verursachen bei Verbrennung eine schlagartige Rauchgasentwicklung. Im Palast sei aber nur ein Raum durch das Feuer zerst worden, die R darum herum seien wegen des Brandes nur in Mitleidenschaft gezogen worden. Die sp Behauptung, dass Kunstgegenst im Millionenwert verbrannt seien, sei eine ma der damaligen Reporter gewesen. Gasser habe zum Brandereignis einen Bericht von vier Seiten verfasst, der dann der Anzeige des Gendarmeriepostens Hohenems beigef worden sei und an die Staatsanwaltschaft Feldkirch erging 21). Da Gasser die Presse angesprochen hatte, machte ich mich im Stadtmuseum Dornbirn auf die Suche nach der damaligen Zeitungsmeldung. In den Nachrichten vom 29.03.1950 fanden sich dann auch folgende zwei Artikel zum Brand im gr Palast, die an dieser Stelle zur besseren Veranschaulichung zur G wiedergegeben werden sollen: